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Hochwasserbericht

Das Verhalten von Brücken und Durchlässen aus HAMCO-MultiPlate im Jahrhunderthochwasser August 2002
Zusammenfassung


[kompletter Bericht als PDF]

Gegenstand der Untersuchung sind MultiPlate-Bauwerke im Einzugsbereich der Weißeritz, Verursacher der ersten Flutwelle in Dresden sowie im Einzugsbereich der Mulde, Verursacher der verheerenden Schäden in Döbeln, Grimma und Bitterfeld sowie weiteren anliegenden Orten und ein örtliches Hochwassergebiet in Mittelsachsen. 
Besichtigt wurden 15 Standorte mit 17 Objekten. Wegen der hohen Fließgeschwin-digkeiten bzw. hoher Wasserstände war nur eine stirnseitige Besichtigung möglich.

Von den 17 Durchlässen haben 15 das Hochwasser trotz Anstau bis auf Straßenhöhe bzw. Totalüberflutung unbeschädigt als Boden-Rohr-Konstruktion überstanden. Im Falle zweier Forstdurchlässe wurde der Korrosionsschutz durch starke Geschiebeführung während des Hochwassers erheblich beschädigt, teilweise abgetragen. In zwei Fällen wurden die MultiPlate-Bauwerke völlig freigespült, was auf Totaleinsturz vor- und nachgelagerter Ufermauern bzw. ungenügende Verfestigung und Schutz der Uferböschungen vor dem Durchlaß zurückzuführen ist. Ob die Bauwerke wiederherstellbar waren, kann nicht mehr festgestellt werden.

Insgesamt kann beurteilt werden, dass erdgebettete Wellstahlrohre Bauwerke sind, die den extremen Belastungen von Hochwassern standhalten, solange vor- und nachgelagerte Uferbereiche nicht soweit geschädigt sind, dass Angriffspunkte für das Auskolken des Rohrbettungsbereiches entstehen. Eine wichtige Rolle kommt dabei der sorgfältigen Ausbildung der Böschungsschnitteinfassung mit Natursteinpflaster auf Unterbeton zu, damit an der Schnittkante kein Angriffspunkt für den Staudruck des Wassers entsteht. Gefährdet sind Durchlässe in den ersten 1 bis 2 Jahren nach ihrer Hinterfüllung, da dieselbe trotz sorgfältiger Verdichtung noch nicht ausreichend innerlich verfestigt ist und noch keine schützende Grasnarbe mit Tiefwurzeln sich ausgebildet hat.

Bestätigt hat sich das gute hydraulische Durchflußverhalten der Wellstahlrohre. 
Es gibt keinen Anlaß zur Ausnahme, dass sich die Wellstahlrohre hydraulisch ungünstiger verhalten haben als andere Brücken mit vergleichbarem Durchflussquerschnitt. Es kann vermutet werden, dass die nach Kauder ermittelten Rauhigkeitsbeiwerte eher zu ungünstig sind, d.h. zu geringe Fließgeschwindigkeiten ergeben. Zur Bestätigung dieser Annahme müssten allerdings Messungen vorgenommen werden.

 

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