Hamco PRIM®

Dipl.-Ing. (FH) Christian Hammes
Dinslaken, Februar 2021

Wellstahlbauwerke zeichnen sich durch Wirtschaftlichkeit, Flexibilität, hohes Traglastvermögen, Lang-lebigkeit, ein vielseitiges Anwendungsspektrum und geringe bis gar keine Unterhaltungskosten aus.
Mehrheitlich kommen Wellstahlbauwerke als Gewässer führende Bauwerke zum Einsatz.
Bei diesem Einsatzgebiet bildet sich im Bauwerksinneren durch wechselnde Wasserpegelstände im Laufe der Zeit eine sogenannte, auch optisch identifizierbare Wasser-Wechsel-Zone aus, die im Vergleich zu den dauerhaft mit Wasser benetzten und den dauerhaft mit Umgebungsluft beaufschlagten Bauwerksbereichen eine intensivere Korrosion erfahren. Im Laufe von Jahrzehnten nach Erreichen der Lebensdauer (40 bis 50 Jahre), ohne dass bis dahin nennenswerte Unterhaltungsaufwendungen an dem Wellstahlbauwerk hinsichtlich Korrosionsschäden und sonstiger Gegebenheiten angefallen sind, kann die Wasser-Wechsel-Zone ein Korrosionsbild aufweisen, dass eine Ertüchtigung des Bauwerkes in Erwägung ziehen kann. Das Ausmaß der Korrosion und die damit in Verbindung stehende Frage der Ertüchtigungsnotwendigkeit steht in der Regel in Abhängigkeit der Beschaffenheit des Gewässers, der Häufigkeit der Pegelstandwechsel und der Fließgeschwindigkeit.
Seit Mitte der 1950er- bis Ende der 1960er-Jahre sind Wellstahlbauwerke aus Dinslaken überwiegend in stückgutverzinkter Ausführung ausgeliefert worden, was sich seit den 1970er-Jahren durch Anwendung des Duplex-Verfahrens (Stückgutverzinkung plus zusätzlicher Kunststoffbeschichtung) bei Hamco®-Wellstahlbauwerken gewandelt hat.
Durch die Gegebenheit, dass Gewässer führende Wellstahlbauwerke vor 50 Jahren bis 60 Jahren verstärkt nur verzinkt ausgeführt worden sind, taucht heute bei diesen immer noch im Einsatz befindlichen Bauwerken hier und da das oben beschriebene Erscheinungsbild in der Wasser-Wechsel-Zone auf.


Neben der klassischen Ertüchtigungsmethode von Beton- oder Wellstahlbauwerken, und zwar durch Einziehen eines Wellstahl-Profilquerschnittes in das zu ertüchtigende Bauwerk mit anschließendem Verfüllen des verbleibenden Raumes zwischen altem und neuem Bauwerk, steht mit Hamco PRIM® zukünftig eine weitere wirtschaftliche Ertüchtigungsmethode zur Verfügung, die die Funktions- und Gebrauchstauglichkeit des ursprünglichen Bauwerkes für weitere Jahrzehnte sicherstellt.

Hamco PRIM® beschreibt die partielle Ertüchtigung des korrodierten Bereiches des Bestandsbauwerkes mit Hilfe einer entsprechenden aus Wellstahlfertigteilen bestehenden Schale, die sich optimal an den Verlauf des Bestandsbauwerkes anschmiegt. Anschließend ist wie bei der klassischen Ertüchtigungsmethode der zwischen Bestandsbauwerk und Wellstahlschale befindliche Raum mit einem adäquaten Material zu verfüllen.
Gegenüber der klassischen Ertüchtigungsmethode weist Hamco PRIM® Vorteile bei der Bauzeit, bei dem geringeren Materialeinsatz, des geringeren Einsatzes von Verfüllmaterial und vor allem des geringeren Querschnittsverlustes auf.